Dr. Gerhard Jahn und Dr. Hans-Jochen Vogel erkannten in den 70er Jahren die Zeichen der Zeit und hoben das juristische Informationssystem juris aus der Taufe. Längstens in Zeiten der Wiedervereinigung hätten die damaligen Wirtschaftsminister ebenfalls die Zeichen der Zeit erkennen und eine Wirtschaftsdatenbank kreieren müssen. Sie taten es nicht und überliessen dies einer ausländischen Nation, die 1995 der EU beitrat: Schweden. Wörtlich heisst es in der Hoppenstedt Pressemeldung vom 07.09.2000: "...Die neuen Eigentümer sind dem Hoppenstedt-Management gut bekannt: Seit zehn Jahren besteht bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einem hauptsächlich auf Firmeninformationen ausgerichteten Joint Venture unter dem Namen Hoppenstedt Bonnier..."

 

Vor 10 Jahren also hatte bereits eine ausländische Macht - Schweden trat bekanntlich erst 1995 der EU bei - Einblick in die TOP-Firmeninformationen der gesamten (Ost-) Deutschen Gross- und mittelständischen Unternehmen. Betrachtet man sich heute den ausverkauften Zustand unserer Nation (denn an welchem Grosskonzern hält Deutschland noch die Majorität, etwa an der Deutschen Bank, an Daimler Chrysler, an Bayer, an Adam Opel, an SIEMENS, an DEGUSSA, an Thyssen?)... und schaut nach Skandinavien... -  schauen Sie sich die Hoppenstedt-Datenbanken von 1989 oder 1991 an, schauen Sie, welche Firmeninternas wie recherchierbar waren und wem was heute gehört...

10 Jahre sind seit der Wiedervereinigung vergangen - was gehörte uns vor 10 Jahren, was seit 1999 nicht mehr? Aktuell steht der Ausverkauf der VEBA an, mix it baby - Global-Player e.on - nichtssagende Buchstaben gegen die Menschen, die sich für ihre VEBA, DEA und ARAL kaputt geschufftet haben - mix it baby - das ist aus einer einst in aller Welt geachteten und geschätzten Wertarbeit "Made in Germany" geworden. Deutschland ist eine heruntergekommene, von Nieten in Nadelstreifen ausverkaufte Nation. Es wird Zeit, dass der Ausverkauf aufhört und wir wieder Visionen entwickeln, für uns und unsere Zukunft: die Jugend! [Wer ist Hoppenstedt?]

 

Januar 1990: Unternehmen und Führungskräfte in der DDR - so eine Hoppenstedt Deutsche Bank CD-ROM - Wirtschaftsdaten pur - für wen und zu welchem Preis käuflich? Ab welchem Preis fängt für wen der Wettbewerb an?

Januar 1991: Grosse und mittelständische Unternehmen bietet da die Hoppenstedt CD-ROM für stolze DM 14.000,--. Wer kann sich diese Daten mit diesem Inhalt leisten? Juristen, Journalisten, die überprüfen müssten?

 

Firmenchronik Hoppenstedt: Gründung 1926 aber Sammlung der Daten von Hoppenstedt bereits seit 1892. Frage von cenjur an das ehemalige Bundeswirtschaftsministerium: warum wurde diese wichtige Wirtschaftsdatenbank nicht vom Bund gekauft, sondern man überliess dies einer damals noch ausländischen Macht. Aus den selben Gründen, weshalb per November 2000 vom Finanzminister die Bundesdruckerei an eine englische Investorengruppe verhökert wurde? - Die Bundesdruckerei, ein Unternehmen, das Hochsicherheitsdokumente herstellt? 

 

 

All die heute auf dieser Hoppenstedt-Datenbank CD-ROM zur Verfügung stehenden Informationen hätte unser Bundeswirtschaftsministerium haben können, haben MÜSSEN. Vorbei sind die Möglichkeiten der Staatskontrolle über die gesamten gross- und mittelständischen (Konzern-) Daten. Wir hätten erfahren, wer ist zB Hellmuth Weisser ist und was er mit dem EBV zu tun hat - oder wer die AFM International Petroleum AG ist - wer sich hinter BEB verbirgt oder Marquard & Bahls - wer hinter Hauck & Aufhäuser oder Zuckerraffinerie Tangermünde - hinter Holtzbrinck oder Tagesspiegel - hinter GENIOS oder Handelsblatt - all diese Informationen fand man in der Hoppenstedt CD-ROM. Sie war eben DIE deutsche Wirtschaftsdatenbank, seit 01.01.2000 in Händen der schwedischen Bonnier-Gruppe, weil das Bundeswirtschaftsministerium sie nicht wollte? Weil vielleicht Herr Eichel auch hier wieder "sparen" wollte?

Neue Kartellamtsentscheidungen stehen an - wollen wir hoffen, dass dem Kartellamt auch alle Firmengeheimnisse bei seinen Entscheidungen bekannt sind, denn eine bundesdeutsche Wirtschaftsdatenbank gibt es nicht. Es hätte auch verwundert, hatte doch seit der Regierung Schmidt - und dies sind schon ein paar Jahrzehnte, die FDP Bundeswirtschafts- und Bundesjustiz - Ministerium inne. In Europa tat FDP Bangemann das Übrige für unsere Nation. Bedenkt man, dass er das Ressort Telekommunikation innehatte - die FDP hat es geschafft, dass Deutschland heute die PDS nicht mehr zu fürchten hat. Die Firmen und Konzerne, die heute Stimmung gegen die PDS in unserer Nation machen, gehören doch gar nicht mehr dem Bürger, wir sind ausverkauft.  

 

Das Thema "Wirtschaftsdatenbank" muss zur Chefsache erklärt und der Aufbau einer solchen unter SPD, CDU/CSU und PDS betrieben werden. 

 

Gudrun Seidl, cenjur CE juristisch-politisches Info-Magazin von SEIDL
seit 12 Jahren tätig auf dem Gebiet des EU-Rechts (Bearbeitung/Produktion) und EU-Berichterstattung
http://www.cenjur.de - http://www.cenjur.de/pages/adresseev.htm
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